Vorne Lächeln – hinten Turbo - Motion
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Vorne Lächeln – hinten Turbo

Zum zweiten Mal lancierte der kultige Zweisitzer-Schnittchen-Profi Ferrari einen sportlichen Allrad-Viersitzer. Jetzt ist er bereits am Markt erhältlich und ist eine echte Motivation zum Zweit-Ferrari. Wir haben den neuen GTC4Lusso T V8 als sportlichen Grand Tourer und vielseitigen Tausendsassa in Italien getestet, wo man einen Ferrari am besten spüren kann. Eben nicht nur Auto, sondern eine echte Leidenschaft.

Beim GTC4Lusso T steht das T für Turbo-Motor, und eine noch nie da gewesene Synergie eines stattlichen Kombi-Automobils mit enormer Motorenstärke. Das macht feuchte Hände und lässt vor allem Männerherzen höher schlagen. Vor genau einem Jahr stellte Chefdesigner Flavio Manzoni seinen Allrad-Viersitzer einem Weltpublikum wie einen guten Freund vor. Im Interview spricht er über sein wohl großflächigstes Ferrari-Projekt, als eine technische Herausforderung und hochemotionale Herzensangelegenheit.


Ein Ferrari ist ein echter Herzschrittmacher. Mit seiner schnittigen langen Schnauze und seinen üppigen PS begeistert er seinen Driver (zumeist männlich) und begleitet ihn wie ein treues Tier, das immer zu lächeln scheint. So die etwas spezielle Design-Richtlinie der Kultmarke mit dem springenden Pferd. Mit den Zweisitzern geht man am liebsten in weite Landschaften auf Lonesome-Hero-Touren, wo man richtig auf die Tube drücken darf. Mittlerweile ein Mythos? Fakt ist: Ferraris Haus- und Hof-Designer Flavio Manzoni und seine Vorgänger erfinden ihn mit Basisrezeptur immer wieder neu. Ganz sicher auch, um althergebrachte Männerfantasien am G-, pardon F-Punkt zu stimulieren. Umso gespannter schaute die Autowelt auf Chefdesigner Flavio Manzoni, als er Ende 2016 in Paris den GTC4Lusso T als weltweit ersten Vierradantrieb-Viersitzer mit einem V8-Turbomotor lancierte.


Nach dem Vorgängermodell Ferrari FF, der 2011 vorgestellt wurde, ist der T-Lusso nun das zweite Konzept, das er als Kombi mit erweiterter Ladefläche und nahezu familienkompatiblen Ausmaßen entwickelt hat. Als Einführung in Ferraris neues Grand-Touring-Konzept ist der Wagen für Fahrer konzipiert, die sich ihr Fahrzeug sportlich, vielseitig und gleichzeitig Alltagskompatibel wünschen. Außerdem scheint die grande macchina dem erfahrenen Designer eine echte Herzensangelegenheit zu sein. Im Interview spricht Manzoni von seinem Lusso wie über einen guten Kumpel mit breiten Schultern. Der richtige Umgang mit diesem für Ferrari ungewöhnlichen und sehr funktionalen Format macht den Lusso vielleicht sogar zu seinem mutigsten Zögling. Die Grätsche zwischen einem auf Emotion und formidablem Look fokussierten Markenbild und einem konzeptionellen Funktions-Gefährten zu schlagen, kann durchaus heikel sein. Wir gehen einmal um den GTC4Lusso herum und treffen Senior Manzoni zum Interview.
„Von vorne muss ein Ferrari lachen“, so sein Credo, wie es nicht typischer für den Ferrari-Playground sein kann. Von hinten hat der Lusso nach vertrauten Schneidigkeits-Kriterien ein deutlich hübscheres Hinterteil bekommen als der FF.

Aber der Speed macht nun mal auch die Musik. Er wird von einem starken V8-Twin-Turbomotor (3,9 Liter) gezogen, der bereits in den Modellen 488 Spider, 488 GTB und California T verbaut wurde. Er setzt damit in der Branche völlig neue Maßstäbe und sichert sich im zweiten Jahr in Folge als bester Hochleistungsmotor in der über Vier-Liter-Hubraumklasse den Titel „Internationaler Motor des Jahres 2017 (IEOTYA)“. Die Jury wertet neben seiner erstaunlichen Leistungsabgabe seine Präzision, Fahrbarkeit und seinen wundervollen Soundtrack. Schon jetzt wird er als zukünftiger Klassiker gehandelt. Da der Motor tief unten im Chassis eingebaut ist, wird die Fahrdynamik noch weiter verbessert. Das Add-on: Ein Variable Boost-Management – eine innovative Steuerungssoftware, die den Drehmomentverlauf dem gewählten Gang anpasst. Dadurch wird eine kontinuierliche Steigerung bei immer höheren Drehzahlen garantiert, während gleichzeitig der Kraftstoffverbrauch reduziert wird. Durch die Kombination mit einem Heckantrieb konnte das Gewicht deutlich reduziert werden. Mit der Allradlenkung ist der Wagen noch agiler und reagiert noch schneller. Das Hinterradlenksystem ist mit der neuesten Weiterentwicklung der elektronischen Steuerung der SCM-E-Stoßdämpfer, ESP 9.0 und Side Slip Control (SSC) in der dritten Generation gekoppelt. 610 PS bei 7.500 Umdrehungen pro Minute verschmelzen mit einem eleganten und gleichermaßen sportlichen Design. Das lässt die Silhouette des V12-Modells aufleben, die sich an der Form eines Shooting Brake Coupé orientiert und ein eigenständiges Konzept darstellt. Mit seiner schmalen, stromlinienförmigen Taille macht der Lusso insgesamt una bella figura.


Wir steigen ein: Im Innenraum dominiert Leder, das durch Metall- und Kohlefaserakzente ergänzt wird. Ein raffinierter Mix aus Eleganz und Handwerk. Hi-Tech ist mit an Bord. Das Infotainment-System punktet mit einem beeindruckenden 10-Zoll-HD-Touchscreen. Auf jeden Fall bietet der GTC4Lusso T Sitzspielraum, der nicht nur mit dem sexy-engen Ferrari Zweisitzfeeling assoziiert wird, sondern erwachsen geworden ist. Er ist perfekt für den Stadtalltag, ist Nachwuchs- und Familienkompatibel – ein Praktisch-Auto ohne faden Beigeschmack und unter Beweis stellend, wie schön praktisch sein kann. Ein perfektes Business-Gefährt, das auch auf langen Strecken sicher zu Meetings- oder Kongressen geleitet und als Prestigekarosse auch noch den einen oder anderen Geschäftspartner beeindruckt. Angesichts des erstaunlich geringen Verbrauchs sollte man sich fürs reine Fahrfeeling auch noch die eine oder andere beherzt-sportliche Extrarunde gönnen.

Wir fragten Chefdesigner Flavio Manzoni, was ihm persönlich an seinem Lusso so gut gefällt. Das Interview gibt es in der aktuellen QUALITY Herbstausgabe!

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